2.2. | Erstes Syndikats-Info-Café für den Raum Nordhessen

Erstes Syndikats-Café für Kassel und Umland
So 2.2. ab 15 Uhr
Agathe (Tannenheckerweg 5, Kassel)

Wir freuen uns sehr, dass es inzwischen so viele neue Initiativen im Raum Kassel gibt, die sich für das Mietshäuser Syndikat interessieren. Neben den drei aktuell bestehenden Projekten in Kassel und Witzenhausen, gibt es 5 aktive Initiativen wovon vier noch eine geeignete Immobilie suchen. Und sicher gibt es darüber hinaus noch weitere Gruppen, die uns bisher noch unbekannt und am Mietshäuser Syndikat interessiert sind. Das erste Syndikatscafé für Nordhessen möchte diese Initiativen zusammenbringen und auch mit den bestehenden Hausprojekten vernetzen.
Dieses erste Syndikats-Café richtet sich also weniger an ganz Neue, sondern zunächst an Gruppen, die sich bereits etwas tiefer mit dem Mietshäuser Syndikat beschäftigt haben. Aber auch für ganz neue Einzelpersonen und Gruppen soll es dann zukünftig einen Anlaufpunkt in Nordhessen geben: denn wir planen, das Syndikats-Café nun ca. alle drei Monate an wechselnden Orten stattfinden zu lassen. Die nächste Gelegenheit, die Syndikatsprojekte und –initiativen in und um Kassel kennenzulernen, bietet sich Ende April bei unseren gemeinsamen Infostand auf dem „Tag der Erde“ am 26.4.

Bitte gebt kurz vorab per Email Bescheid, wenn ihr dieses Mal kommen möchtet oder auch an einem der weiteren Termine Interesse habt, Danke!
agathe[äd]syndikat.org

So*Leben Kassel

Kennt Ihr eigentlich schon die neue Mietshäusersyndikats-Gruppe So*Leben e.V. in Kassel?

„Wir sind eine Gruppe von Menschen die selbstorganisiert Wohnen & Leben möchten. Wir wünschen uns ein gemeinschaftliches Zusammenleben, das von gegenseitiger Unterstützung und Teilhabe aller Bewohner*innen geprägt ist. Wir möchten gleichberechtigt zusammenleben und für einander Verantwortung übernehmen. Bei uns sollen Menschen barrierearm, also möglichst unabhängig von Einkommen, Herkunft, Alter, sexueller Orientierung oder ihrer körperlichen oder gesundheitlichen Situation leben können. Dabei sehen wir unser Projekt auch als Möglichkeit, gesellschaftliche Alternativen praktisch auszuprobieren. Wir wollen kollektive Lebensräume schaffen und unsere Vorstellung von einem hierarchiefreien Zusammenleben verwirklichen.“ (Mehr zum Selbstverständnis gibts hier)

Die So*Leben-Gruppe hat bisher noch kein Haus: Wer also wen kennt, die*n wen kennt, die*n wen kennt… :)

Website: https://solebenkassel.wordpress.com

Wohnraum für alle – egal ob mit oder ohne Pass!

Refugees WelcomeWir unterstützen die unten stehende Resolution der Syndikatsversammlung zur Forderung nach menschenwürdigem und bezahlbarem Wohnraum für alle und insbesondere für Geflüchtete! Auch in Kassel ist das nötig und möglich.

Gleichzeitig solidarisieren wir uns mit dem Syndikatsprojekt Mangelwirtschaft in Dresden. Das Hausprojekt und dessen Bewohner*innen wurden aufgrund ihres Einsatzes für Geflüchtete gezielt von Vermummten mit Steinen und Böllern attackiert (siehe Bericht des Überfalls). Wir verurteilen diesen Angriff und danken der Mangelwirtschaft und allen, die sich trotzdem gegen Fremdenfeindlichkeit und für Geflüchtete engagieren!

Resolution der Mitgliederversammlung am 10.10.2015

Die lauter werdende Aussage seitens der Politik und der Medien, die Grenze der Aufnahmefähigkeit Geflüchteter sei angesichts knappen Wohnraums erreicht, soll von selbst gemachten Problemen ablenken. Stattdessen sind die Schwierigkeiten bei der Unterbringung Geflohener Ausdruck verfehlter Politik der letzten Jahrzehnte.

Wohnungsbau dient hierzulande – gesetzlich abgesichert – in erster Linie Profitinteressen. Daraus resultiert der Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

In der Öffentlichkeit wird der Eindruck erweckt, verschiedene marginalisierte Gruppen stünden in Konkurrenz um knappe Ressourcen.
Diese vermeintliche Knappheit ist tatsächlich eine Frage (gesellschaftlicher) Umverteilung.

Daher:

- Flüchtende aufnehmen, Transit ermöglichen!
- Wohnraum für alle! egal mit welchem Pass oder ohne Pass!
- Nutzung von Leerstand!
- Schaffung von bezahlbarem Wohnraum!

Gesetzesinitiative bedroht solidarisch wirtschaftende Projekte

Wir möchten euch bei aller Ambivalenz gegenüber Onlinepetitionen bitten, die folgende zu unterstützen:

Petition für sinnvolle Ausnahmeregeln im Vermögensanlagengesetz (VermAnlG)

„Mit den geplanten Gesetzesänderungen zum Kleinanlegerschutz bedroht die Bundesregierung die Existenzgrundlage von vielen solidarisch wirtschaftenden Initiativen wie selbstverwalteten Wohnprojekten, Bürgerenergieprojekten, freien Schulen und Quartiersläden. Um zu verhindern, dass viele selbstorganisierte Bürgerprojekte mit sozialer Zielsetzung, die teilweise seit Jahrzehnten solide wirtschaften, zum sinnlosen Kollateralschaden einer nicht ausgereiften Gesetzinitiative werden, bitten wir Sie, diese Petition zu unterschreiben.“

Die Bundesregierung ist gegenwärtig mit einem Gesetzesverfahren zum sog. Kleinanlegerschutz befasst – da es im Kontext eines Aktivismus nach der Pleite von Prokon steht, auch „Lex Prokon“.

Problem an der Sache: die neuen Regelungen stellen eine massive Bedrohung für Projekte im Kontext solidarischer Ökonomie dar, so auch für das Mietshäuser Syndikat. Aus diesem Grund gibt es aktuell eine Petition, die sich für sinnvolle Ausnahmeregeln im Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) stark macht.

Wir fordern:
1. Anhebung der Obergrenze der Vermögensanlage auf deutlich über 5 Millionen Euro
2. Anhebung der maximalen Zinshöhe auf mind. 2% p.a.
3. Keine Bindung der Ausnahmeregelung an die Rechtsform
4. Aufhebung des Werbeverbots

Genauere Hintergrundinformationen findet ihr zum einen auf der Seite des Aktionsbündnis WirsindnichtProkon und in der Pressemitteilung des Mietshäuser Syndikats vom 04.02.2015:


Download

Aus für Bürgerprojekte? Anlegerschutz gefährdet Engagement.

Dieser Filmbeitrag gibt in 5 Minuten eine recht gute Einführung zu der geplanten und uns bedrohenden Gesetzesänderung zum Kleinanlegerschutz:

Mo 21.11.2011 – 20h: Black Flame – Buchvorstellung zur Geschichte des Anarchismus weltweit

Black Flame: the revolutionary class politics of anarchism & syndicalism
mit einem der Autoren: Lucien van der Walt, Sozialwissenschaftler aus Johannesburg/ Südafrika (Uni Witwatersrand)

In dem Buch „Black Flame“ wird ein Überblick anarchistischen Denkens von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu heutigen antikapitalistischen Kämpfen auf 5 Kontinenten gegeben. Die Autoren betrachten den Syndikalismus als wichtigsten Zweig des Anarchismus und setzten sich mit Fragen nach Organisierung, Strategie und Taktik ebenso wie mit Geschlechterverhältnissen und Rassismus auseinander. Sie versuchen eine Kategorisierung verschiedener anarchistischer Strömungen und gegenwärtiger Klassenkämpfe in verschiedenen Teilen der Welt.

Auf der Veranstaltung werden zunächst die zentralen Thesen des Buchs vorgestellt und dann soll auf Wunsch von Lucien van der Walt viel Raum zur Diskussion gegeben werden. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt und wird ins Deutsche übersetzt.

Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung von D.O.R.N.